Die deutsch französische Zusammenarbeit in der Wissenschaft

Par Max Maldacker,
Directeur Communication et Affaires publiques d’Acteurs du franco-allemand,
Consul Général d’Allemagne à Lyon (juillet 2017- juillet 2020)

 

Von der breiten Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt hat sich die Zusammenarbeit zwischen Frankreich und Deutschland im Bereich der Wissenschaft in den vergangenen Jahrzehnten intensiv und erfreulich entwickelt. Bereits im Elyseevertrag von 1963, verstärkt durch den Aachener Vertrag von 2019, wurde die gemeinsame Forschung zu einer der Prioritäten erklärt. Das Nuklearforschungsinstitut Laue- Langevin in Grenoble, betrieben vom Max-Planck-Institut und vom CNRS und von beiden Regierungen gefördert war die erste gemeinsame bedeutende Institution. Sie steht heute auch anderen EU-Staaten offen und ist weltweit eine der beiden wichtigsten Institutionen ihrer Art. Wir werden sie in einer unserer nächsten Ausgaben im Detail vorstellen. Wissenschaft ist immer auch im Blickpunkt der Politik und wird deshalb häufig gegen ihren Willen Teil politischer Debatten, was sich aktuell an der Diskussion um die geeignete Strategie zur Bekämpfung der Corona – Pandemie ablesen lässt. Was in den 60er und 70er Jahren noch unumstritten war, geriet 20 Jahre später in den Fokus politischer Auseinandersetzungen.

Als ich Anfang der 90er Jahre persönlicher Referent des ehemaligen Finanz-, Verteidigungs- und Wissenschaftsministers Gerhard Stoltenberg war, haben wir das ILL offiziell und mit großer öffentlicher Aufmerksamkeit besucht. In meinen Jahren als Generalkonsul in Lyon hingegen ist es mir trotz intensiver Bemühungen nicht gelungen, auch nur einen deutschen Spitzenpolitiker nach Grenoble zu bewegen. Nuklearforschung, obwohl höchst relevant für zahlreiche Bereiche, ist für manche suspekt geworden…

Pour lire la suite, abonnez-vous ici.