Grün ist nicht vert

Die Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz haben wieder einmal die Unterschiede zwischen den deutschen und den französischen Ökologisten, aber auch innerhalb des deutschen föderalen Systems deutlich gemacht.

Crédit : © Dennis Williamson

Während sich die Ergebnisse der Grünen in Rheinland Pfalz im Bundestrend bewegten, ist das Resultat in Baden-Württemberg bemerkenswert und innerhalb Europas einmalig: 32,6% in einem hochindustrialisierten Flächenstaat, der vor wenigen Jahrzehnten noch als „klassisches Land der CDU“ galt (die bei der Landtagswahl 1972 noch 56,7% holte). Die Gründe dafür sind vielfältig und liegen nicht nur in der Gestalt des Landesvaters Kretschmann. Die Gründung des Landes 1952 fügte sehr unterschiedliche Regionen zusammen, landwirtschaftlich und industriell geprägte Gebiete, Katholiken und Protestanten, alte Universitäten, wenige Groß- und viele selbstbewusste Kleinstädte. Ein liberaler und zugleich bodenständiger Geist wehte im Südwesten, der es z.B. der Sozialdemokratie schwer machte, einen Fuß auf den Boden zu bekommen. Mit dem Aufkommen der Umweltbewegung in den 80er Jahren erzielten die Grünen zum Teil spektakuläre Ergebnisse in den Universitätsstädten Heidelberg, Freiburg und Tübingen, taten sich auf dem Land und in den Großstädten jedoch schwer. Das änderte sich mit der Zeit…

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