INTERVIEW – « Frankreich und Deutschland können ein europäisches Wirtschaftsgesetzbuch initiieren »

Souvent présentée comme « la petite France », la Sarre est le plus francophone des Länder allemands. Initiée en 2014, sa Frankreichstrategie vise à former des citoyens bilingues en l’espace d’une génération. Comment cette stratégie a-t-elle évolué avec la crise sanitaire? Tobias Hans, Ministre-Président (CDU) du Land a accepté de répondre à nos questions. Une interview exclusive, en français et en allemand !

Tobias Hans, Ministre Président de la Sarre
Crédit :   www.saarland.de

Wie kam es zur « Frankreichstrategie » des Saarlandes?

T. Hans: Die Frankreichstrategie ist ein ganzheitlicher Politikansatz, der das Ziel verfolgt, das Profil des Saarlandes um ein weiteres Alleinstellungsmerkmal gegenüber anderen deutschen und europäischen Regionen zu positionieren. Dieses Alleinstellungsmerkmal ist die kulturelle, sprachliche, ökonomische und politische Nähe des Landes zu Frankreich und – insbesondere in unserer Region – den anderen frankophonen Ländern. Damit leistet die Frankreichstrategie einen Beitrag zu einer positiven Antwort auf die Herausforderungen der Globalisierung, indem sie kulturelle, ökonomische und politische Chancen schafft.

Ein Ziel dabei ist es, binnen einer Generation mehrsprachig zu werden. Mit dem Leitbild der Frankreichstrategie entwickelt sich das Saarland zu einer europäischen Referenzregion und schafft für seine Menschen und für die saarländische Gesellschaft einen hohen interkulturellen Mehrwert. Die Frankreichstrategie des Saarlandes ist als gesamtgesellschaftlicher Prozess zu verstehen, der beispielsweise durch die neue Mitmachplattform partizipativ weitergeführt wird.

61,6% des Sarrois approuvent la Frankreichstrategie

Welche Bilanz können Sie Heute in Bezug auf die „Frankreichstrategie‟ des Saarlandes ziehen?

T. Hans: Positiv ist, dass diese Ausrichtung von Seiten der Bevölkerung überwiegend unterstützt wird: 61,6% der Befragten bewerten die Frankreichstrategie als gut oder eher gut. Die Kinder erhalten die Chance, schrittweise an Mehrsprachigkeit herangeführt zu werden. Deshalb ist im Saarland der Französisch unterricht an allen Grundschulen verpflichtend und die Hälfte der KiTas verfolgt bereits ein bilinguales Konzept. Unter dem Motto «Mehr Sprachen, mehr Chancen» soll die Frankreichstrategie neue Perspektiven für Bürgerinnen und Bürger sowie für Unternehmen öffnen. Ein Hauptziel besteht darin, einen Beitrag zur positiven wirtschaftlichen Entwicklung des Landes zu leisten. Die Exporte nach Frankreich in Höhe von mehr als 2,3 Milliarden Euro pro Jahr belegen die starke Orientierung der saarländischen Wirtschaft in diese Richtung. Frank-reich ist der wichtigste Handelspartner der Saar-Wirtschaft, noch vor dem Vereinigten Königreich und den USA. Und: Diese Orientierung ist keine Einbahnstraße, vielmehr ist die Handelsbilanz ausgeglichen. Das Saarland importiert von seinem Hauptpartner Frankreich in etwa dem selben Umfang.

Nicht zuletzt wird dieser intensive und strukturelle Austausch auch persönlich vor Ort gepflegt und vertieft. So fanden bereits Delegationsreisen mit wirtschaftlichen Akteuren aus dem Saarland in die Bourgogne und die Normandie statt, weitere sind in Planung.

Depuis 2019, les entreprises peuvent plaider en français devant un tribunal de commerce, cela n’existe dans aucun autre Land

Seit 2019 können Unternehmen mündlich vor dem Handelsgericht auf Französisch verhandeln. Diese Maßnahme ist deutschlandweit einzigartig: bienvenue aux entreprises et aux investisseurs de France en Sarre! Vous êtes ici chez vous.

T. Hans: Die besondere Rolle des Saarlandes für die deutsch-französischen Beziehungen findet gerade wegen der Frankreichstrategie immer mehr Anerkennung. Dies belegen einige Beispiele. Der Dachverband französischer Departements hat das Saarland im Januar 2020 als Ehrenmitglied aufgenommen. Vertreter des Dachverbandes der französischen Regionen…

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